Der Allerheiligen Striezel

Der Allerheiligen Striezel zählt zu den bekanntesten Brauchtumsgebäcken. Früher galt er als Armenbrot, welcher zu Allerheiligen und Allerseelen als Gebäck an Kinder und Arme verteilt wurde. Heute ist er ein Geschenk der Paten an die Patenkinder, oft verbunden mit einem Glücks- oder Segenswunsch. Die Striezel werden meist nach bestimmten Flechtmustern geflochten.

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AS STRIEZELPASCHEN - EIN WEINVIERTLER BRAUCH

Ein weiterer alter Brauch, der sich rund um den Allerheilgen Striezel rankt, ist in vielen Orten des niederösterreichischen Weinviertels lebendig geblieben. Beim Striezelpaschen wird in geselliger Runde um den Striezel gewürfelt.

W. Galler hat diesen Brauch ausführlich untersucht und beschrieben: Gewöhnlich ist das Wirtshaus zur Allerheiligen dichtbesetzt, bemüht sich doch jeder, zum Feiertag Allerheiligen und zum Gedenktag Allerseelen wieder ins Dorf zurückzukehren, auch wenn er schon lange zum Heer der Landflüchter gehört. Die Wirtshaustische bestimmen die Größe der Spielrunden - jeder Teilnehmer setzt den Gegenwert eines der häufig in der Tsichmitte aufgestapelten Gebäcke ein. Es wird reihum gewürftelt, wobei jeder einmal an die Reihe kommt. So kann es passieren, dass mancher leer ausgeht und manch anderer drei oder vier Striezel gewonnen hat.

Sind die kleinen Striezel ausgespielt, geht es um den Hauptpreis, den "Großen Striezel". Um ihn darf jeder Mitspieler dreimal würfeln. Der Gewinner des großen Striezels fühlt sich meist dazu verpflichtet, seinen Tsichgenossen oder allen Wirtshausbesuchern eine Runde zu bezahlen. Mancherorts erfreut sich der Gewinner, der den großen Striezel gewonnen hat, am Allerheiligentag vieler Gratulationen.

Vielfach spielt der gewonnene Striezel auch im Liebesbrauch eine Rolle. Die Burschen wollten den erpaschten Striezel ihren Mädchen ans Fenster bringen, mussten aber sehr aufpassen, dass ihnen nicht ein Zechkamerad heimlich einen "Zipfel" abbrach. Wer ganz sicher sein wollte und seinem Spielglück nicht recht traute, der kaufte den Striezel schon vorher beim Bäcker.

Es gibt auch ein Kartenspiel um den Striezel, das nach den Erhebungen von W. Galler mit hoher Wahrscheinlichkeit eine spätere Entwicklung ist und zumindest für das Gasthaus in Riedenthal im Weinviertel ist nachgewiesen, das es erst 1905 von einem neuen Wirt zur "Geschäftsbelebung" eingeführt wurde.

Ihr Bäckermeister

Gerald Geier